Montag, 28. September 2009
Der Name „Leutheusser-Schnarrenberger“ war mir bisher vor allem deshalb positiv im Gedächtnis, weil die FDP-Politikerin im Zuge der Durchsetzung des großen Lauschangriffes aus Protest von Ihrem Posten als Bundesjustizministerin zurückgetreten war. In der kommenden Legislaturperiode sei es möglich, dass sie erneut für dieses Amt in Frage kommt, so schreibt tagesschau.de. Beim Lesen des Wikipedia Artikels über Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (vom 28.09.2009) stolperte ich über folgenden Satz:
„Sie gehörte zu den Unterstützerinnen von Alice Schwarzers PorNO-Kampagne, die ein Verbot von Pornographie anstrebt.“
Ich habe mich in der Vergangenheit weniger für Politik interessiert, vielleicht war mir dieser Umstand deshalb noch nicht bekannt. Ich dachte in Deutschland wären die Leute so aufgeklärt, dass solche Forderungen nicht ernsthaft von einem Politiker einer sogenannten liberalen(!) Partei unterstützt werden würden.
Aber was ist diese PorNO Kampangne denn nun genau? PorNO ist eine Kampagne initiiert von der Frauenrechtlerin Alice Schwarzer. Auf der Wikipedia-Seite zur PorNO-Kampagne (vom 03.09.2009) steht:
„Die 1987 ins Leben gerufene PorNO-Kampagne wendet sich gegen pornografische Darstellungen, weil nach Auffassung der Kampagnenbefürworter Frauen als passives Objekt männlicher sexueller Begierden statt als aktive Person dargestellt würden. Pornografische Darstellungen seien eine Form von medialer Gewalt, welche die Würde der Frau verletzten. [...]“
Insbesondere BDSM (Bondage und Sadomasochismus) solle unter die neue Definition von zu verbietender Pornographie fallen. Hallo!? Ich dachte eigentlich, dass die sexuelle Aufklärung in unserem Lande schon so weit vorangeschritten sein sollte, dass fast jeder wissen sollte, dass reale Gewalt, und Fesselspiele etwas unterschiedliches sind. Die Tatsache, dass es durchgeknallte Idioten gibt, die auf ihre Sexualpartner keine Rücksicht nehmen, lassen doch keine Schlussfolgerungen in Bezug auf alle BDSM-Interessierten oder alle Porno-Konsumenten zu...
Sofern sich Frau Leutheusser-Schnarrenberger nicht von solchen abstrusen Forderungen distanziert, kann man eigentlich allen Leuten nur noch dringender davon abraten zukünftig die FDP zu wählen; zumindest dann, wenn man sich als Wähler von der Partei die Stärkung der Freiheit erhofft.
Nachtrag, Mittwoch, 30. September 2009:
Jetzt berichtet auch Telepolis über dieses und ein weiteres im Piratenkontext evtl. sogar wichtigeres Thema im Zusammenhang mit Sabine Leutheusser-Schnarrenberger.